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Abdalhakim Kassem

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Abdalhakim Kassem ---Die sieben Tage des Menschen
Roman aus Ägypten
[Ayyâm al-insân al-sab'a]( Basel, 2005)

Die eigentliche Geschichte, das ist die Reise zum Heiligtum (Grab) des Sajjid Achmad al-Badawi in Tanta, einer bekannten, grossen Provinzstadt etwa 100 Kilometer nördlich von Kairo. Dieser Achmad al-Badawi, zu Beginn des 13. Jahrhunderts in Fes geboren, begleitete als Kind seinen Vater auf der Pilgerfahrt nach Mekka. Infolge familiärer Umstände kehrte er nicht nach Marokko zurück, sondern blieb, schon früh bewundert für sein asketisches Leben, im östlichen Teil der arabischen Welt. Im Alter von etwa dreissig Jahren, so erzählt die Legende, soll er sich, einer im Traum erhaltenen Aufforderung folgend, nach Tanta begeben haben, wo er 1276 starb. Durch seine Lebensführung und seine Wundertaten erwarb er schon bald den Ruf eines Heiligen, mit dessen Namen eine besonders in Ägypten populäre religiöse Gemeinschaft verbunden ist. Anlässlich seines alljährlich begangenen Geburtstags, Maulid genannt, ziehen auch heute noch Scharen von Gläubigen zu seiner Grabmoschee.
Diese Reise - ihre Vorbereitung, ihre Durchführung und ihr Abschluss samt Rückkehr - bildet die siebenetappige Haupthandlung, die mit grosser Treue fürs Detail und aufgrund tiefer persönlicher Einsicht ins Dorfleben aufgerollt wird. Doch der Autor belässt es nicht dabei. Einen besonderen Charakter verleiht er seinem Roman durch die ist Idee, jede dieser sieben Etappen ein paar Jahre später als die vorhergehende anzusetzen. So kann er auf recht engem Raum gleichzeitig mit der Schilderung der Maulid-Reise die Entwicklung des Dorflebens und die Veränderung seiner Figuren zeigen. Dabei spielt der körperliche Verfall ebenso eine Rolle wie der materielle Ruin, das familiäre Schicksal Einzelner ebenso wie das Auseinanderbrechen der herkömmlichen Gemeinschaft, die Verlagerung des persönlichen und öffentlichen Interesses ebenso wie die neuen Gesellschaftsstrukturen. Und zentral ist dabei das sich wandelnde Verhältnis des heranwachsenden Abdalasîs zu seiner Herkunftsumgebung, seine wachsende Zerrissenheit, die durch seine intellektuelle Entwicklung, gefördert durch die Schule in Tanta und die Universität in Alexandria, vielleicht ausgelöst, sicher jedoch verschärft wird.
Der Garten Eden einer Kindheit verschwindet, die Geborgenheit wird abgelöst durch den Bruch zwischen Generationen, den Riss zwischen "Tradition" und "Moderne", die sichtbar gewordene Kluft zwischen der Stadt und dem Dorf. Und Abdalasîs verkörpert im Verlauf der Geschichte immer mehr den Städter, der die Bauern, die ägyptische "Urlebensform", von aussen, als Fremder betrachtet.

(Aus dem Nachwort des Übersetzers)

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